FüWa-Race – Premiere auf den 100 Metern

Wir haben eine Platzierung zu verteidigen. Zumindest fahren wir mit diesem Anspruch Mitte Juni nach Fürstenwalde. Als eine feste Größe in unserem jährlichen Rennkalender bildet das FüWa-Race den Auftakt zur Kurzstreckensaison. Bevor wir uns jedoch auf die 200 Meter und dieses Jahr erstmalig auch auf die 100 Meter-Distanz begeben können, haben wir auch wieder für das Langstrecken-Nachtrennen gemeldet. Das Rennen findet traditionell am Freitagabend statt und wird i. d. R. unter herrlichen Bedingungen gefahren. So auch in diesem Jahr. Bei angenehmen Temperaturen, ohne Wind und einer glatten Spree ohne Wellen – für uns von der Ostseeküste eigentlich total ungewohnt – nehmen wir die etwa 2.300 Meter in Angriff. Das Boot läuft gut und wir können die Geschwindigkeit vom Start halten und auf die Strecke mitnehmen. Das rote Blinken der ersten Wendeboje ist schnell in Sicht und wir stellen uns auf die Wende ein. Mit einer neuen Taktik fahren wir aus der Wende heraus. Mit kräftigen Schlägen und einer anschließenden kurzzeitigen Frequenzerhöhung versuchen wir, wieder Geschwindigkeit aufzubauen. Dies gelingt einigermaßen und wir machen uns auf zur nächsten Wende. In der Dunkelheit sehen wir das leichte Scheinen der Positionsleuchten der anderen Boote, die uns entgegenkommen und auf den Fersen sind. Als erstes Boot in unserem Startblock sind wir die Gejagten. In der Stille der Nacht hören wir das Trommeln und das Brüllen der anderen Trommler laut und deutlich. Kommen diese näher oder täuscht uns der Schall? Nicht in Panik ausbrechen und auf das eigene Boot und den Schlag konzentrieren. Mit kräftigen Schlägen fahren wir auf die nächste Wendeboje zu. Auch diese meistern wir und wenden unsere neue Taktik an. Dieses Mal behalten wir die hohe Frequenz jedoch bei, da wir nicht mehr weit vom Ziel entfernt sind. Glücklich und erschöpft fahren wir – bei gleißendem Licht aus den Strahlern am Uferrand – über die Ziellinie. Anscheinend war unser Rennen gar nicht so schlecht, denn es dauert einige Zeit, bis das nächste Boot im Ziel ist. Das Ergebnis gibt es erst am nächsten Tag. Wir müssen uns also noch ein wenig gedulden.

Nach einer kurzen Nacht geht es auf die Kurzstrecken. In drei Vorläufen fahren wir mit unseren Gegnern die Einteilungen in den Leistungsklassen aus. Nach dem zweiten Platz im Vorjahr ist eigentlich ein Platz in der Premiumklasse Pflicht. Aber es kommt anders. Wir landen in der Sportklasse. Durch einen geänderten Rennmodus fahren wir direkt ins B-Finale, da die Halbfinal- bzw. Zwischenläufe zugunsten der 100-Meter-Rennen gestrichen wurden. Es geht heute also nur noch um die „Goldene Ananas“. Und auch diese verfehlen wir, denn wir werden Zweiter in unserem Rennen. Waren die Ansprüche nach dem letzten Jahr zu hoch? Vielleicht! Aber wer sich keine Ziele setzt, hat auch nichts zu verlieren. Also kommen wir im nächsten Jahr wieder und werden den anderen Teams zeigen, wo der Frosch die Locken hat.

Damit aber noch nicht genug. Wir versuchen uns auch auf der Sprintstrecke. Erstmalig fahren wir die 100 Meter. Hier kommt alles auf den Start an. Da sollten sich unsere Startübungen in den Trainings doch auszahlen. So ist es. Wir kommen ganz gut weg und können einigermaßen mithalten. Für das erste Mal gar nicht schlecht und als Grundlage für die nächsten Rennen sicherlich zu gebrauchen.

Am Abend holen wir noch unseren Pokal für die Langstrecke ab – immerhin ein 7. Platz. Damit können wir zufrieden sein. Auf den Kurzstrecken ist noch Luft nach oben. Wir werden im nächsten Jahr wiederkommen.

Trotz der mäßigen Ergebnisse war es wieder ein schönes Wochenende. Wir haben dies auf Fotos und einem Video in unserer Galerie festgehalten.