Langstrecke – Trauma an der Wende

Anfang Mai – und wir kehren zurück an den Ort des Langstreckendramas aus dem letzten Jahr. Wir werden alles daransetzen, den letzten Platz des Vorjahrs zu vermeiden und ordentlich um die Wendetonne zu kommen. Mal sehen, was in diesem Jahr herausspringt!

Bei bedecktem Wetter drehen wir noch ein paar Runden im Stadthafen und schwimmen schließlich für unseren Start ein. In diesem Jahr starten wir mitten im Pulk der zweiten Startreihe. Links und rechts liegen die Boote der Konkurrenz – und das ganz schön nah. Hoffen wir mal, dass es hier nicht wieder zu einer Kollision kommt. Kurz vor unserem Start sehen wir schon das Drama in der ersten Startreihe. Da sind sich einige Boote wohl ein wenig zu nah gekommen – und es gibt prominente Opfer. Die SVB Blue Bulls sind sprichwörtlich abgesoffen. An ein Weiterpaddeln ist hier nicht zu denken. Also ein Konkurrent weniger – dachten wir zu diesem Zeitpunkt zumindest, denn die Blue Bulls erhielten eine weitere Chance, was teilweise zu heftigen Diskussionen führte. Aber dies ist eine andere Geschichte. Also zurück zu unserem Rennen.

Wir kommen gut aus dem Start heraus, werden hinten rechts leicht tuschiert – allerdings ohne weitere ernsthafte Konsequenzen – und machen uns dann auf den Weg in Richtung Wendetonne. Vier Boote fahren dabei direkt nebeneinander. Mal ist das eine, mal das andere Boot ein wenig weiter vorn. Aber keiner kann sich entscheidend absetzen. Langsam sehen wir die gelbe Wendetonne immer deutlicher und wir müssen uns für eine der zuvor besprochenen Strategien entscheiden. Ansonsten droht wieder ein Problem in der Wende. Da an ein Absetzen nicht zu denken ist, lassen wir uns leicht zurückfallen und stechen schließlich innen in die Wende. Mit einem „erneuten Start“ kommen wir eng an der Wendetonne vorbei und haben unsere Mitstreiter aus Güstrow erstmal hinter uns gelassen, die einen weiten Bogen fahren mussten. Die zwei anderen Boote haben sich leider abgesetzt. Also geht’s erstmal allein auf den Rückweg. Wir hören von hinten das Boot der Güstrower Renngemeinschaft jedoch immer näherkommen. Schließlich sind sie auf gleicher Höhe und versuchen uns links liegen zu lassen. Aber ohne uns. Mit ruhigem Schlag nehmen wir das Tempo der Konkurrenz auf. Die Schlagreihe des anderen Boots scheint zu verzweifeln. Mit einer enormen Schlagfrequenz und immer wieder angezählten harten Schlägen reiben sich die Paddler auf. Der Schlagmann rührt mit seinem Paddel irgendwann nur noch im Wasser. Von sauberer Paddeltechnik ist man hier weit entfernt. Auf dem Weg ins Ziel schenken wir uns nichts. Als schließlich das Ende in Sichtweite kommt, geben wir nochmal alles. Wir erhöhen die Frequenz und versuchen unseren Gegner in Schach zu halten. Parallel fahren wir auf die Ziellinie zu, als wir die Zielglocke hören. Mit bloßem Auge ist hier nicht zu erkennen, wer die Nase vorn hat. Da heißt es also, auf die Siegerehrung warten.

Zufrieden mit dem Rennverlauf, legen wir uns trocken und warten auf das Ergebnis. Und was sollen wir sagen – 8. Platz. Für die Güstrower Konkurrenz hat es ganz knapp nicht gereicht. Wir liegen 0,2 Sekunden dahinter. Für uns jedoch ein versöhnlicher Start in die Saison.

Ein paar Bilder des Rennens findet ihr wieder in der Galerie.